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Sommersonne

(Newbie)

Hallo zusammen,:)

ich schreibe gerade in einem Betrieb für Lebensmittelverpackungen meine Diplomarbeit und soll alles für die Zertifizierung nach BRC vorbereiten. Soweit so gut. Jetzt steh ich vor dem Problem Glasprotokoll. Wenn ich den Standard jetzt richtig versteh muss ich das komplette Glas und Hartplatik erfassen und in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Das Problem dabei ist, dass dafür das Feed back eher gering ausfallen wird, da ich glaub kaum einmal im Monat einen MA für 1-2 Tage abstellen kann um das alles zu kontrollieren. Zumal der letzte Glasbruchvorfall Lichtjahre zurückliegt. Könnte ich das ganze Thema nicht entschärfen in dem ich das Protokoll einmal mach und dann auf die Glasbruchanweisung verweise? verwirt
Oder steigt mir bei dem Vorschlag der Zertifizierer aufs Dach?
01.02.06, 15:38:55

Saftschubse

(Junior Member)

Hallo Sommersonne!

Mit BRC habe ich keine Erfahrung, ich kann Dir nur sagen, wie wir es für IFS gelöst haben:

* erstellen einer Arbeitsanweisung, was bei Glasbruch zu tun ist
* Glasregister mit allem Glas und Hartplastik erstellen
* 1/4-jährlich das Glasregister gegen den Ist-Bestand abgleichen.

In der AA steht drin, dass jeder Glasbruch direkt der QS zu melden ist, da dient die regelmäßige Kontrolle anhand des Registers eher dem Abgleich, wenn neue Anlagen hinzukommen/wegfallen oder man was übersehen hat (man findet auch nach 1,5 Jahren noch Dinge die nicht neu sind!!).

@alle: ist das für BRC ausreichend??

Saftschubse

Alles wird gut!
01.02.06, 15:45:36

Sommersonne

(Newbie)

:clap:Hallo Saftschupse!

vielen Dank! Mit einer vierteljährlichen Kontrolle wäre mir doch stark geholfen.
@alle: Ich hoff das ist BRC gerecht verwirt
01.02.06, 16:20:17

Peter Schnittger

(Administrator)

Hallo Ihr zwei.

Die Umsetzung von Saftschubse ist ganz nett, allerdings gebe ich folgendes zu bedenken: was habt ihr als Maßnahme definert, wenn ein (unentdeckter) Glasbruch entdeckt wird?

Im Normalfall schaut eine Reaktion bei Entdeckung eines Glasbruchs ja im einfachsten Fall so aus, dass die Ware einer nochmaligen Kontrolle unterzogen wird und im schlimmsten Fall entsorgt werden muss. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass bei einer 1/4-jährlichen Kontrolle mit "positiven" Ergebnis ein kompletter Rückruf auf alle produzierte Ware seit der letzten Prüfung erfolgen müsste!!!

@Sommersonne
Warum bitte ist ein Mitarbeiter 1-2 Tage mit der Kontrolle beschäftigt? => Prüfformular an die zuständigen Führungskräfte geben und diese kontrollieren dann jeweils ihren Bereich. Dies bedeutet für jeden einzelnen vielleicht einen Aufwand von einigen Minuten pro z.B. Woche (abhängig von eurer Einschätzung hinsichtlich der Auswirkung eines entsprechenden Rückrufs) und der QMB kontrolliert dann nur noch, ob auch alle Protokolle erstellt worden sind und macht ggf. Stichproben.

Dies gilt übrigens sowohl für BRC als auch für IFS.

Mit herzlichen Grüßen

Peter Schnittger

Nicht das Optimale ist unser Ziel
- sondern der pragmatische Perfektionismus!


QRPS Management Consulting
Hand-Crafted-Spirits
01.02.06, 21:09:45

michael

(Junior Member)

Hallo Sommersonne,

Glasbruch ist nicht gleich Glasbruch. Richtig ist, dass es so eingerichtet werden muss, dass jeder Glasbruch gemeldet werden muss und zwar unverzüglich.

Für die Kontrolle ist es auch legitim Risikobereiche festzulegen. Es gibt Anlagen, da stehen die Mitarbeiter sowieso davor oder gehen täglich daran vorbei. Diese Tätigkeit kann und auch mit einem kleinen Häkchen auf einem z.B.: vorhanden Tagesprotokoll bestätigt werde. Erhöht gleichermaßen die Sensibilität der Mitarbeiter. Es gibt leider auch Risikobereiche die öfter kontrolliert werden müssen.

Es gibt aber auch Glas oder Hartplastik im Betrieb, die wirklich kein großes Risiko darstellen. Da gilt was im ersten Absatz beschrieben steht und ein dazugehöriger angemessener Kontrollgang. Der kann auch mal ein viertel Jahr betragen.

Das Argument, der letzte Glasbruch liegt Lichtjahre zurück, deutet zwar auf eine relative Sicherheit hin, aber es zeigt gleichzeitig auch, dass es eben doch eine potentielle Möglichkeit gibt. Ich möchte nicht der QMB sein, wenn es wieder eintrifft und es dann nicht entdeckt wurde.
Es ist gerade auch bei Glas angebracht, es wie eine HACCP-Studie anzugehen. Es ist wie immer am Anfang recht mühselig, erspart aber hinterher eine ganze Menge Arbeit und es können sich gleichzeitig gute Verbesserungspotentiale aufzeigen.

Gruß
Michael

02.02.06, 09:43:01

Saftschubse

(Junior Member)

Hallo Peter!

Dein Einwand ist nicht unberechtigt. Wir können damit argumentieren, dass wir ein fast vollkommen geschlossenes System haben, und in den Bereichen, wo Splitter ins Produkt kommen könnten, alles abgeklebt ist. Ich habe bei meiner Ausführung eben nicht daran gedacht, dass es nicht in allen Betrieben so "geschlossen" zugeht wie bei uns.

Also dürfte in anderen Bereichen (mehr offenes Produkt) eine häufigere Kontrolle wirklich sinnvoll sein.

Ich kenne es aus unserem Betrieb aber auch, dass pro Abteilung ein Mitarbeiter wirklich einen ganzen Tag beschäftigt ist, um alles zu kontrollieren - ich habe es selber schon gemacht. Unser Auditor legt aber auch Wert auf das versteckteste Manometer, da habe ich schon von Auditoren gehört, die das lockerer sehen.

Gruß
Saftschubse

Alles wird gut!
02.02.06, 16:08:30

Peter Schnittger

(Administrator)

Hallo Saftschubse,

ich habe ja keine Ahnung von wem Ihr euch zertifizieren lasst, aber es gibt unterschiede! Die verschiedenen Verbände (darunter auch der VdF) habe zusammen mit Prof. Lindemann von der FH Geisenheim eine kleine "Qualifizierungsmanßnahme für Auditoren" ins Leben gerufen, und empfehlen nur soche Prüfhäuser weiter, deren Auditoren dies durchlaufen haben... heraus kommt im Normalfall ein Auditor mit gesunden Menschenverstand, der diese Listen in dem Unfang verlangt, wie sie sinnvoll sind.
Außerdem handelt es sich um eine Forderung im höheren Niveau, also bleibt es einem Unternehmen überlassen, dies umzusetzen.

Ich gehe den Weg es meinen Kunden nur dort zu empfehlen, wo es Sinn macht; dies bedeutet für Abfüllbetriebe und Brauereien nur im Umfeld der offenen Flaschen, als vom Rinser bzw. Spülmaschine bis zum Korker! (übrigens, was ist regelmäßig? Falls der Auditor ein schlechtes Gewissen haben sollte, euch mit ohne Glasinventarliste in unsinnigen Bereichen ein A oder B zu geben, versucht doch den Vorschlag der Prüfung alle 10 Jahre zwinkern )


Mit herzlichen Grüßen

Peter Schnittger

Nicht das Optimale ist unser Ziel
- sondern der pragmatische Perfektionismus!


QRPS Management Consulting
Hand-Crafted-Spirits
02.02.06, 22:15:15

Peter Schnittger

(Administrator)

Ach ich vergaß noch die Antwort von Michael mit einzubinden.

Selbstverständlich muss in jedem Fall die HACCP Risikobewertung ordentlich durchgeführt werden und die gefährdeten Bereiche klar definieren - und die Ungefährdeten ausschließen.

Mit herzlichen Grüßen

Peter Schnittger

Nicht das Optimale ist unser Ziel
- sondern der pragmatische Perfektionismus!


QRPS Management Consulting
Hand-Crafted-Spirits
02.02.06, 22:17:35

Anja N28

(Newbie)

Guten Morgen zusammen.
Ich bin gerade dabei ein Glasregister für jede unsere Produktionsanlage/ Abfüllanlage zu erstellen, da wir nächstes Jahr nach IFS 5 zertifiziert werden.
Jetzt ist meine Frage was ich alles erfassen muss... Fenster, Leuchten ist klar. Aber muss ich jede Maschine wie z.B eine Etikettier- oder Palettiermaschine , Packer die Hartplastikscheiben haben auch erfassen? Oder reicht es wirklich nur im Umfeld der offenen Flaschen alles zu zählen? Das würde bedeuten, ich muss dann nicht alle Fenster oder Lampen im Produktionsraum zählen?
Viele Grüße
17.11.08, 11:48:32

Peter Schnittger

(Administrator)

Hallo Anja,

um ein A zu bekommen "alles" inkulsive der Steckdosen und Schalter, da ja diese auch aus Hartplastik sind und da BRC mittlerweile die Vorgabe von Keramik macht, am besten auch noch dieses - sofern vorhanden - mit rein.

... oder eben mit einem "B" leben, wenn es keine Gefährdung für den Verbaucher darstellt zwinkern

Mit herzlichen Grüßen

Peter Schnittger

Nicht das Optimale ist unser Ziel
- sondern der pragmatische Perfektionismus!


QRPS Management Consulting
Hand-Crafted-Spirits
17.11.08, 11:55:34

Anja N28

(Newbie)

Oh man,das ist ja umfangreich. Aber jetzt weiß ich , dass nicht umsonst alles gezählt wird.Aber Steckdose und Schalter schenk ich mir:rolleyes:
Vielen Dank!
17.11.08, 12:42:08

Peter Schnittger

(Administrator)

dann gehst du das Risiko ein eine Abweichung zu kassieren... ist mir gerade passiertei einem BRC Audit.

Mit herzlichen Grüßen

Peter Schnittger

Nicht das Optimale ist unser Ziel
- sondern der pragmatische Perfektionismus!


QRPS Management Consulting
Hand-Crafted-Spirits
17.11.08, 13:58:43

Strobl

(Senior Member)

Also ich persönlich würde auch die Steckdosen und Schalter mit reinnehmen, das ist 1x Arbeit beim Auflisten und läuft bei der Kotrolle quasi von selbst mit.

Außerdem ist hier eine große Gefahrenquelle für die Mitarbeiter, wenn man in eine kaputte Dose greift kann das tödlich enden!!!

Einfacher Punkte zu sammeln geht (zumindest im IFS) nicht!

lg
Günter Kaffee

Nur wer nach dem Besten trachtet schafft etwas Gutes
18.11.08, 15:23:47

Anja N28

(Newbie)

So langsam wird mir das mit dem Glasregister zu bunt. Wir haben z.B in einer (von vielen) Produktionshalle über 500 Fensterscheiben gezählt, 200 Lampen und dann noch die vielen Maschinen, die auch drumherum Glas und Hartplastikteile haben... Wer soll da den Überblick behalten? Wie läuft das den beim Audit ab? Der Auditor macht doch keine Stichproben und zählt nach? Den Mitarbeitern die später z.B kontrollieren, ob eine Scheibe kaputt ist, ist es egal ob es 500 oder 600 Scheiben sind. Ist das ganze wirklich so ein Aufwand, oder verstehe ich es mit dem Glasregister falsch. Dann müsste ich theoretisch auch alle Messzähler auch zählen. Gilt das alles auch für eine geschlossene Produktion?Komme aus der Saftindustrie...Also ich werde Eurem Rat folgen und Steckdosen und Schalter mit ins Protokoll nehmen.Motiviert bin ich erstmal nicht mehr:confused:
Vielen Dank noch mal und viele Grüße
19.11.08, 10:39:12

Strobl

(Senior Member)

Bei einem großen Betrieb ist das ganze natürlich ein wenig umfangreicher. Die erste Aufnahme der Teile in das Protokoll dauert dann logischerweise viel länger.

Ich würde z. B. die Abteilungsleiter oder Vorarbeiter von den einzelnen Bereichen dazu "verdonnern" die Glasprotokolle zu führen.

Die Vorteile hierbei sind:

Diese Personen kennen die Glas/Kunststoffteile bei ihrem Arbeitsplatz auswendig - es muss also kein "ortsfremder" durchgehen der dann jede Steckdose suchen muss.

Es haben mehrere Leute nur verhältnismässig kurze Listen zu führen.

Der kontrollierende kriegt es "live" mit wenn was bricht und es wird damit sichergestellt das das Melden von Schäden unverzüglich geschieht.

Der Auditor wird speziell bei großen Betrieben sicher nicht alles nachzählen, maximal merkt er sich stichprobenweise ein paar Teile und kontrolliert dann ob die in der Liste sind.

lg
Günter Kaffee

Nur wer nach dem Besten trachtet schafft etwas Gutes
19.11.08, 10:52:51

Strobl

(Senior Member)

geändert von: Strobl - 19.11.08, 10:55:40

Zitat:
So langsam wird mir das mit dem Glasregister zu bunt.


Ja, wenn man das Register färbig macht wirds auch übersichtlicher lachen lachen lachen lachen lachen

lg
Günter Kaffee

Nur wer nach dem Besten trachtet schafft etwas Gutes
19.11.08, 10:55:13

Anja N28

(Newbie)

geändert von: Anja N28 - 19.11.08, 12:03:46


Zitat:
Ja, wenn man das Register färbig macht wirds auch übersichtlicher lachen lachen lachen lachen lachen

Ja ja, hauptsache Ihr habt Spaß:D
Vielen Dank für die Antworten. Jetzt wird erstmal schön weiter gezählt...Also sind die tausende von Scheiben und Lampen nicht umsonst gezählt worden. Nur je länger man sich damit beschäftigt, desto unsinniger kommt es einem vor jede "Kleinigkeit" , oder jedes einzelne Teil zu zählen.Da müssen wir jetzt durch.
Viele Grüße
19.11.08, 12:02:02

Strobl

(Senior Member)

Auch Spass muss zwischendurch mal sein.

Ich möchte mich ja nicht als Moralapostel darstellen (ich mache bei IFS auch nur soviel dass wir gerade mal höheres Niveau schaffen), aber ich persönlich hätte keine Freude wenn ich aus einer Flasche trinke und dann einen Splitter von so einer "Kleinigkeit" im Hals stecken habe irked .

So wie heutzutage Schmerzensgeldforderungen dimensioniert werden ist das sicher in eurem Interesse wenn ALLES kontrolliert wird.

lg
Günter Kaffee

Nur wer nach dem Besten trachtet schafft etwas Gutes
19.11.08, 12:25:59

Peter Schnittger

(Administrator)

@Anja, Strobl:

Laaangsam! wir reden von Abfüllung aus einem geschlossenen System heraus??? Dringender Vorschlag an Anja: TELEFON!

Mit herzlichen Grüßen

Peter Schnittger

Nicht das Optimale ist unser Ziel
- sondern der pragmatische Perfektionismus!


QRPS Management Consulting
Hand-Crafted-Spirits
19.11.08, 12:54:27

Anja N28

(Newbie)

Richtig!!! Abfüllung aus einem geschlossenen System heraus!
Es ist unmöglich, dass irgendetwas ins Produkt gelangt, deswegen seh ich nicht wirklich einen Sinn die Steckdosen zu zählen!
@ SROBL:Kannst ohne Bedenken deinen Saft trinken, einen Teil von Steckdosen oder anderen "Kleineinigkeiten wirst du nicht finden. Musst dann auf dein Schmerzensgeld verzichten:D
@ PeterSchnittger: TELEFON??
Viele Grüße
20.11.08, 07:34:49
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